Neues Interesse an altem Rundweg

Der Westen
Lünen, 29.05.2011, Diethelm Textoris

Lünen. „Ich bin nicht überrascht, aber doch überwältigt von dem Zuspruch, den unser Aufruf gefunden hat.“ Mit diesen Worten begrüßte Horst Störmer die knapp 50 Teilnehmer, die sich am Samstagmorgen an der Lippekaskade eingefunden hatten, um dem 18 Kilometer langen Lüner Rundwanderweg zu folgen.

Aufgerufen hierzu hatten der Stadtverband für Heimatpflege und der Sauerländische Gebirgsverein, die sich zum Ziel gesetzt hatten, den seit 30 Jahren existierenden Weg wieder in Erinnerung zu bringen. Neben Horst Störmer hatten sich besonders sein Stellvertreter Peter Glaeser und Bernhard Sehrbrock und Horst Sommer vom SGV für die „Reanimation“ des Weges eingesetzt

Naturdenkmäler aus der Nähe genießen
Mit zünftigen Liedern, aber nicht unbedingt mit zutreffenden Texten, begaben sich die Wanderer auf die Piste: „Aus grauer Städte Mauern, zieh’n wir durch Wald und Feld.“ „In früheren Zeiten, als Lünen noch von der Industrie geprägt war, mag das vielleicht zugetroffen haben“, räumte Störmer ein, „heute ist bereits das Stadtgebiet grün.“ Bereits nach wenigen 100 Metern konnte Störmer auf eine Ansammlung von Naturdenkmälern hinweisen: Schwarzpappel, Bergahorn und Ulme. Der weitere Weg über Lippedeich und Kanaldamm ließ bei vielen Wanderern ein „Ostfrieslandgefühl“ aufkommen, denn immerhin werden 13 Kilometer der Strecke vom Wasser begleitet.

An den Lippeauen traf Klaus Papius vom Arbeitskreis Umwelt und Heimat ein, der in einem kurzen Vortrag den Teilnehmern die Einzigartigkeit dieses Naturreservates näher brachte. Er schilderte die Bedeutung der Hecken und Kopfweiden, wies auf angestiegene Population der Uferschwalben hin und zeigte das Nest der Turmfalken am Kühlturm des Kraftwerkes: „Wir sind stolz darauf, dass diese noch vor kurzem vom Aussterben bedrohten Vögel mit unserer Hilfe hier eine Heimat gefunden haben.“ Bei der Rast an der alten Schlossmühle konnten die Wanderfreunde bei kühlen Getränken und einem zünftigen Mühlentropfen Kraft für die nächsten Kilometer sammeln. Beim Marsch über den Damm des Datteln-Hamm-Kanals wurde vielen deutlich, wie eng in Lünen Industrie und Natur zu einem Nebeneinader gefunden haben. Gab es doch neben Ausblicken auf die umliegenden Wiesen, Felder und Wälder auch solche auf die Kraftwerke, den Stadthafen und die Anlagen von „Innovatherm“ zur Klärschlamm-Entsorgung.

Peter Schwengler vom Kanu- und Ski-Club Lünen ermöglichte den Wanderern eine weitere gemütliche Einkehr. Auf dem dortigen Gelände hatte Viktor Sons den Grill angeworfen und das leibliche Wohl vorbereitet. Bei einer Rast an der Kleingartenanlage Wesslingholz gab es bei Kaffee und Kuchen zwei Stunden später eine weitere Stärkung. Auf dem Weg dorthin konnten sich die Wanderer davon überzeugen, dass sich der ehemaligen Industriehafen Preußen in eine pulsierende Freizeitanlage verwandelt hat. Während die „Angemüdeten“ nach dem Schloss Schwansbell wieder in Richtung Innenstadt schwenkten, machten die Unermüdlichen noch einen Schlenker über Beckinghausen und das römische Uferkastell. Erfreuliche Bilanz: Alle waren angetan von der gelungenen Veranstaltung.

Für alle, die am Samstag nicht dabei sein konnten,veranstaltet die VHS Lünen am 11. Juni eine ähnliche Entdeckungsreise. Der Teilnehmerbeitrag beträgt 5 Euro, um Anmeldung unter 104-2700 wird gebeten.

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